Linguistik an Schulen
Sprache verstehen. Vielfalt entdecken. Neugier wecken.
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Die explizite Vermittlung sprachwissenschaftlichen Wissens erfolgt traditionell zumeist im Rahmen des (Fremd)sprachunterrichts, in dem präskriptive, kodifizierte Regeln im Vordergrund stehen. Aus linguistischer Sicht sind aber die deskriptiven Regularitäten des Sprachgebrauchs und deren Erklärung viel wichtiger als normative Regeln, denn sie geben Einblick in das unbewusste, aber hochkomplex strukturierte Wissenssystem Sprache, über das alle Sprecher*innen verfügen. Textanalysen sollten nicht nur an geschriebenen Texten orientiert sein (z.B. Literatur, journalistische Texte etc.), sondern der Untersuchung von spontan gesprochener Sprache sollte ebenfalls Raumgegeben werden.
Im Schulalltag gibt es viele Potentiale, um den jeweils eigenen Sprachgebrauch zu reflektieren, um dessen Regularität und Variabilität erkennen, beschreiben und erklären zu lernen. Gerade im Hinblick auf die sich verändernden Berufsprofile, die zunehmend disziplinüberschreitende Kompetenzen fordern, scheint es unerlässlich, Sprache als allgegenwärtige Ressource und Zeugnis von Struktur und Wandel in den Fokus zu rücken und sprachwissenschaftliche Inhalte und Methoden im schulischen Kontext zu fördern.
Vom LiZZ unterstützt
LingEdu – Linguistik für die Schule
Zielgruppen: Lehrpersonen und Studierende
Das von Noah Bubenhofer (UZH) und Didier Maillat (UniFr) geleitete SNF-Agora-Projekt Linguistics for Upper Secondary Schools (SNF-Link) möchte Sprachwissenschaft stärker in die Unterrichtspraxis der Sekundarstufe II integrieren. Dafür wurde die Open-Educational-Resource-Plattform LingEdu entwickelt, die Lehrpersonen frei zugängliche, modular aufgebaute und kuratierte Lehr- und Lernmaterialien zu sprachwissenschaftlichen Themen zur Verfügung stellt. Diese Materialien helfen Schüler:innen ein fundiertes Verständnis für Sprache und ihre gesellschaftliche Relevanz zu entwickeln. Die auf Deutsch und Französisch bereitgestellte Plattform ist modular aufgebaut und bietet neben weiterführenden Links und Textdateien auch Bild- und Videomaterialien an. Ziel ist es nicht nur Lehrpersonen Materialien an die Hand zu geben, mit denen sie das Wissen ihrer Schüler über Sprache und Linguistik verbessern können. Die Materialien sollen auch dazu beitragen, dass die Schüler:innen einige der drängendsten Fragen der heutigen Gesellschaft verstehen. In diesem Sinne bilden diese vier Module die Basis für die Lehr- und Lernplattform, die jederzeit um weitere Komponenten erweitert werden kann: Digitale Sprache und Korpora, Sprache und Interaktion, Sprache und Fehlinformation/Manipulation, Sprache und Kognition. [LingEdu entdecken]
Beiträge des LiZZ zu LingEdu
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Sprachgeschichte und Sprachwandel Wie und warum verändert sich Sprache? Das Modul führt Schüler:innen anhand historischer Sprachbeispiele durch verschiedene Etappen der deutschen Sprachgeschichte und macht Prozesse des Sprachwandels im Unterricht nachvollziehbar. |
So-Reden und Anders-Reden". Mehrsprachigkeit im Alltag Schüler*innen erzählen, dokumentieren, erforschen
Projektleitung: Prof. Dr. Marie-Luis Merten (Universität Mannheim, ehem. Deutsches Seminar, UZH) und Prof. Dr. Barbara Sonnenhauser (LMU, ehem. ISOS, UZH)
Zusammen mit Schüler*innen der QUIMS-Schule Stettbach erforschte das Projekt die alltägliche Mehrsprachigkeit von Jugendlichen in charakteristischen schulischen, jugendsprachlichen sowie familiären Kontexten.
Weitere Informationen auf der Projektseite von Citizen Science Zürich (UZH).




