Früher ist nicht immer besser

Im Unterschied zum natürlichen Spracherwerb, wo kleine Kinder einen klaren Vorteil gegenüber Älteren haben, ist das gesteuerte Sprachlernen, wie es in der Schule üblich ist, besser auf die konzeptuellen Fähigkeiten von Jugendlichen oder Erwachsenen zugeschnitten. Sie sind darauf spezialisiert, sich Regeln systematisch zu erarbeiten und diese zu erlernen. Auch nach fünf Jahren Frühenglisch ist am Gymnasium daher kein Vorsprung der Frühlerner mehr erkennbar.

Was bedeuten diese Resultate nun für die Schweizer Bildungspolitik? Fest steht: die Frühförderung nützt zwar für die schulische Karriere nicht viel, sie schadet aber auch nicht. Wenn sie beibehalten werden soll, so rät die Expertin zur Förderung impliziter Lernprozesse, zum Beispiel durch eine Aufstockung der Wochenstunden oder durch gezielte Austausch- und Immersionsprogramme.