Spielenderweise trainiert es sich besser


Überblick

Im Projekt „Spielenderweise trainiert es sich besser“ (camouflAGE) untersuchen wir eine Trainingsmethode zur Steigerung der kognitiven Leistungsfähigkeit, welche ein softwarebasiertes Strategiespiel mit wöchentlichen Gesellschaftsspielanlässen verbindet. Dabei wird ein bereits erprobtes Computerspieltraining verwendet, durch welches eine Verbesserung verschiedener kognitiver Fähigkeiten, wie beispielsweise des Arbeitsgedächtnisses, erzielt werden kann. Dieses Training wird in neuer Form durchgeführt und durch soziale Gesellschaftsspielanlässe ergänzt. Ziel dabei ist es, den Einfluss der sozialen Interaktion auf die kognitive Leistungsverbesserung zu untersuchen.

Teilnehmende trainieren über 7 Monate (Beginn Dezember 2018, verspätete Anmeldungen möglich) mit dem Strategiecomputerspiel und treffen sich einmal wöchentlich zu kompetitiven Gesellschaftsspielnachmittagen.

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Kognitionstraining im Alter

Mit steigender Lebenserwartung unserer Gesellschaft steigt auch die Anzahl an Menschen im sogenannten „dritten Alter“. Mit 65 Jahren beginnt für die meisten Schweizer ein neuer Lebensabschnitt – der Ruhestand als eine Möglichkeit der Selbstverwirklichung und neuer persönlicher Herausforderungen. Universitäten des dritten Alters, wie die Seniorenuniversität Zürich, sind hoch im Kurs und zeigen, dass das Lernen keine Altersgrenze kennt.

Während man früher davon ausging, dass das Gehirn über die Lebensspanne unwiederbringlich an Volumen und Leistungsfähigkeit verliert, ist seit einiger Zeit bekannt, dass das Gehirn bis ins hohe Alter lernen und wachsen kann, also seine sogenannte Plastizität zu einem grossen Teil beibehält. Hierbei spielen allerdings der Lebensstil sowie die Aktivitäten, denen eine Person im dritten Alter nachgeht, eine grosse Rolle. Viele sogenannte „Brain-Jogging“-Programme versprechen bereits jetzt, die effizienteste Trainingsform für die kognitive Leistungsfähigkeit gefunden zu haben; leider trainieren sie meist aber sehr spezifische Aufgaben, was zur Folge hat, dass auch nur spezifische kognitive Fähigkeiten verbessert werden. Wie der Neuropsychologe Prof. Martin Meyer sagt: „Wer Sudokus trainiert, kann danach besser Sudokus lösen - mehr nicht“.

Das Gehirn muss auf vielfältige Weise stimuliert werden, und die Forschung zeigt, dass Trainingsmethoden, welche herausfordernde, motivierende und soziale Aktivitäten kombinieren, die grössten Effekte auf die allgemeine kognitive Leistung bewirken. Dabei konnte gezeigt werden, dass das Spielen eines Echtzeit-Strategievideospiels, zu steigernden Effekten in verschiedenen kognitiven Fähigkeiten führt. Da jedoch die soziale Komponente bei solchen Interventionen nicht nur die persönliche Motivation sondern auch die Trainingserfolge verstärken kann, gilt es herauszufinden, wie sich ein kombiniertes Training aus Strategievideospiel und Gesellschaftsspielanlässen auf den Verlauf der kognitiven Fähigkeiten auswirkt.

Im Rahmen eines interdisziplinären Projektes des Zürcher Kompetenzzentrums für Linguistik und des Psychologischen Instituts der Universität Zürich führen wir deshalb erstmals eine wissenschaftliche Studie über mehrere Monate durch, in welcher Personen zwischen 65 und 75 Jahren durch regelmässiges Spielen eines Strategievideospiels und wöchentliche Spielnachmittage ihre Gehirnfunktion trainieren. In der Trainingsstudie spielen die Teilnehmer über 7 Monate (Beginn Oktober 2018) für etwa 3 Stunden pro Woche von zuhause aus ein Strategievideospiel, und treffen sich ein Mal pro Woche zu kompetitiven Gesellschaftsspielnachmittagen. Während dieser Treffen werden jeweils 20-minütige kognitive Messungen durchgeführt, um den Verlauf der kognitiven Fähigkeiten zu verfolgen.


Einschlusskriterien für die Teilnahme an der Studie

  • Alter: 65-75 Jahre (bei Studienbeginn im Dezember 2018)
  • Muttersprache (Schweizer-) Deutsch; bis zum 7. Lebensjahr keine zweite Sprache gelernt
  • Hirnorganisch und psychisch gesund
  • Besitz eines Computers oder Laptops
  • Kein/e professionelle/r Musiker/in (max. 6 Stunden pro Woche musizieren)
  • Sollte an 30 von 32 wöchentlichen Gesellschaftsnachmittagen teilnehmen können. Kurzzeitige Abwesenheiten sind aber möglich.


Vorgehen

Die Studie beläuft sich auf eine Gesamtdauer von 30 Wochen, und setzt sich zusammen aus individuellen Trainingseinheiten mit dem Computerprogramm zuhause und wöchentlichen Gesellschaftsspielnachmittagen an der Universität Zürich. Der Umfang der individuellen Trainingszeit beläuft sich auf ca. 2x 1 Stunde pro Woche und die Gesellschaftsspiele finden 1x pro Woche für ca. 2-3 Stunden statt (siehe unten), wobei sich Teilnehmende den Gesellschaftsnachmittagen jeweils am Montag oder am Freitag anschliessen können. Um die kognitive Leistung während des Trainings zu erfassen, werden neben den Gesellschaftsspielen allwöchentlich kognitive Tests durchgeführt, und zur Erfrischung stehen gratis Kaffee, Tee, Kuchen und Snacks zur Verfügung.

Zum Abschluss erhalten Sie eine persönliche Rückmeldung über die nachweislichen Veränderungen Ihrer Gehirnleistung sowie 150,- CHF.


Haben Sie Interesse an der Studie?

Wir suchen motivierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer für das Projekt und freuen uns auf Sie. Bei Fragen oder Anregungen können Sie uns gerne anrufen oder eine Email schreiben.

Wenn Sie an unserer Studie teilnehmen möchten, können Sie gerne das Anmeldeformular ausfüllen und an uns senden.

Vielen Dank.