SNF bewilligt D-A-CH-Projekt "Variantengrammatik des Deutschen"

Am 16.6.2011 bewilligte der SNF ein Grossprojekt zur grammatischen Variation des Standarddeutschen. Erstmals werden die nationalen und regionalen Unterschiede in der Grammatik der deutschen Standardsprache systematisch im Rahmen eines internationalen Projekts erforscht, das von deutschen, österreichischen und schweizerischen Förderinstitutionen gemeinsam mit über 1 Million Euro finanziert wird und am 1. August 2011 seine Arbeit aufnimmt. Das Projekt wird geleitet von Christa Dürscheid (Zürich), Stephan Elspaß (Augsburg) und Arne Ziegler (Graz). Die Ergebnisse des Forschungsprojekts werden in einem Handbuch dokumentiert, das für Sprachwissenschaftler und Sprachdidaktiker, aber auch für interessierte Laien konzipiert ist.

Die Grammatik des Standarddeutschen ist kein einheitliches System, sondern weist zahlreiche nationale und regionale Unterschiede auf. So finden sich in deutschsprachigen Zeitungen der Gegenwart - je nach Land und Region - Varianten wie ich bin/ habe gestanden (Perfektbildung); die Parks/ die Pärke/ die Parke (Pluralform), aber auch Unterschiede in Satzkonstruktionen wie Gut, gibt es diese Untersuchung/ Gut, dass es diese Untersuchung gibt. Das Vorkommen solcher Varianten hat in der Grammatikschreibung bislang kaum Beachtung gefunden. Diese Lücke soll durch das Forschungsprojekt Variantengrammatik des Standardddeutschen geschlossen werden. Ziel des Projekts ist es, auf der Basis eines breiten Korpus von Zeitungstexten aus allen Ländern und Regionen des zusammenhängenden deutschen Sprachgebietes grammatische Standardvarianten in ihrer Gesamtheit zu erfassen. Die Ergebnisse werden nicht nur für die Grammatikforschung relevant sein, sondern auch einen praktischen Wert für die Grammatikschreibung und den Sprachunterricht haben.

Das zunächst auf drei Jahre angelegte Projekt wird mit insgesamt 1,2 Millionen Euro durch drei Förderorganisationen aus Deutschland (Deutsche Forschungsgemeinschaft, DFG), Österreich (FWF - Der Wissenschaftsfonds) und der Schweiz (Schweizerischer Nationalfonds, SNF) finanziert. Die Förderung basiert auf dem sogenannten D-A-CH-Abkommen, das die Durchführung grenzübergreifender Projekte in diesen drei Ländern unterstützt. Im Rahmen des Projekts werden Forschergruppen der Universitäten Graz (Österreich), Augsburg (Deutschland) und Zürich (Schweiz) in Kooperation mit Kollegen in Liechtenstein, (Ost-)Belgien, Luxemburg und Südtirol arbeiten; zudem können an den drei Standorten des Projekts in Zürich, Augsburg und Graz je zwei, also insgesamt sechs Promotionsstellen finanziert werden. Die Koordinationsstelle des Projekts ('Lead') befindet sich an der Universität Zürich.